Geschichte/Artikel
Findlinge, Megalithen, Schalensteine
Ein Findling (Erratischer Block) ist die Bezeichnung für einen großen ortsfremden Gesteinsbrocken, der durch Gletscher von seinem Ursprungsgebiet zu seinem heutigen Fundort transportiert worden ist. Erratisch heisst umherirrend, verirrt. Heute wird die Theorie, dass diese riesigen Felsbrocken durch Gletscher verschoben wurden hinterfragt und teilweise widerlegt, siehe den Artikel von Christoph Pfister unter http://www.dillum.ch/html/teufelsburdi_jolimont_gals.htm
Der weltweit größte bekannte Findling, der Big Rock (Okotoks Erratic) in Kanada, hat ein Gewicht von 15.000 Tonnen, ist 41m lang, 18m breit und 9m hoch.















In der Jungsteinzeit wurden Findlinge zum Bau von Grab- und Kultanlagen verwendet oder als Monolith aufgerichtet. Durch Menschenhand aufgestellte oder bearbeitete Findlinge bezeichnet man als Megalithen, oder Monolithen.
Der wohl aussergewöhnlichste Megalith in der Schweiz ist der Lochstein (Pierre Percée) von Courgenay (JU). Es sind die Überreste eines jungsteinzeitlichen Dolmens und stammen aus der Zeit um 3000 v.Chr. Erhalten ist lediglich ein Frontstein aus Kalkstein, der 2,60 m hoch, 2,57 m breit und am Grund 50 cm tief ist. Der Stein weist im oberen Drittel ein Seelenloch auf, das 41 x 35 cm misst. Er ist auf eine Himmelsrichtung von etwa 170 Grad ausgerichtet, weicht also etwa zehn Grad vom Mittagsmeridian ab. Ein Aberglaube aus dem 18. Jh. besagt, dass die Skelette der Verstorbenen durch das Loch in den heiligen Raum geschoben wurden, Knochen fand man jedoch keine.
Schalensteine sind in der Regel unverlagerte Steine, die von Menschenhand geformte runde oder ovale Vertiefungen von 4 - 6 cm Durchmesser eingearbeitet haben. Einzelne Steine weisen zusätzlich Wetzspuren auf. Auf französisch werden sie als Pierres à écuelles bezeichnet. Im deutschen Volksmund heissen sie Blut- Druiden- Feen- Opfer- Teufels- oder Hexensteine.
Am Ende der letzten Eiszeit, wurden die Höhlenbewohner sesshaft. Durch das mildere Klima, änderte sich auch die Landschaft der Schweiz. Laubwälder, Seen und Moore entstanden, Rothirsche, Rehe, Bären, Wölfe, Wildpferde und kleinere Säugetiere bevölkerten das schweizerische Mittelland.
Etwa 5000 v. Chr. kamen Menschengruppen aus Süddeutschland (Pfahlbauer) und aus Frankreich und Italien (megalithische oder neolithische Kultur) in das Seeland und siedelten sich um den Neuenburger-, Bieler- und Murtensee an.
Beide Gruppen bauten ihre Holzhäuser auf Stelzen in Ufernähe, bedeckten die Dächer mit Schilf und isolierten die Böden und Wände mit Lehm und Rinde. Sie lebten von der Jagd, fischten in den nahen Gewässern, sammelten Beeren, Nüsse und Wildgemüse, rodeten Wald und begannen Viehzucht zu betreiben.
Da Metall noch unbekannt war, fertigten sie aus Holz, Ton, Knochen, Tierhäuten und Wolle ihre Werkzeuge, Boote, Aufbewahrungsgefässe und Kleider an.







Es muss besonders im Winter eine harte, mit Hunger und Krankheiten geprägte Zeit gewesen sein. Man fragt sich heute, warum diese Menschen so grosse Steine aufrichteten.
Die vor 2000 Jahren v. Chr. aufgestellten Menhire von Clendy sind 42 linear und teilweise kreisförmig angeordnete Findlinge. Der Grösste ist 4,5 Meter hoch und wiegt 5 Tonnen. Einige sind bearbeitet und mit Runen (vorchristliche Schriftzeichen)
verziert.
Der Name Menhir (Men = Stein, hir = lang) ist bretonischen Ursprungs, Megalith (megas = gross, lithos = Stein) kommt aus dem griechischen. Hinkelstein, eine Ableitung des Wortes Hühnenstein (= Riesenstein) ist im westdeutschen Raum gebräuchlich. Welche Bedeutung hatten sie? Hier ein paar Möglichkeiten: Sonnenuhr, Astronomie, Grabsteine, Ahnenkult, Opferpfahl u.s.w.















Ich glaube nicht, dass Merlin der Zauberer oder sogar Obelix geholfen haben die Steine aufzurichten, aber warum und zu welchem Zweck die Kelten sich so viel Mühe gemacht haben, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Waren es doch Ausserirdische? Woher hatten die Druiden Kenntnisse unseres Universums, das sie in Südengland (Stonehenge) nachbauten? Erstaunlich ist, dass weltweit fast zeitgleich aus verschiedenen Kulturkreisen solche prähistorischen Bauwerke bekannt sind. Wie war dies möglich, ……. die globale kommunikative Vernetzung findet erst jetzt statt?!







Fragen über Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Aber ohne sie gäbe es keine Geschichten über Zauberer, Druiden, Hexen und Fabelwesen. Es wäre doch schade, wenn der Filmindustrie der Märchenstoff ausginge, oder?