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Antike Verkehrswege

Geschichte/Artikel

Antike Verkehrswege (Römerstrassen) in der Schweiz

Um das römische Reich zusammenzuhalten, brauchte man ein gut ausgebautes, sicheres Strassennetz. Die römischen Fernstraßen wurden hauptsächlich von Soldaten, Händlern, Regierungsbeamten und Kurieren genutzt, die von Rom in die entlegenen Provinzen geschickt wurden.

Im römischen Imperium gab es ca. 80'000 km gut ausgebaute Strassen. Die Entfernung zu den zahlreichen Relaisstationen (Pferdewechsel, Poststation, Wirtshaus) konnte man an Meilensteinen ablesen (eine römische Meile = 1478 m). So legte man ohne Probleme pro Tag ca. 200 km zurück. Von Avenches nach Rom benötigte man demnach nur etwa sechs Tage. Für die gleiche Strecke würde man heute mit dem Auto ca. 9 Stunden brauchen.



Strassenbau:
Über ein festes Steinfundament aus groben Steinen, (bei wichtigen Strassen legte man Kopfsteinpflaster oder Pflastersteine darüber) kam mehrere Schichten feineres und gröberes Kies. Links und rechts der leicht bombierten Strasse wurden Entwässerungsgräben ausgehoben. Beim Bau der A5 wurden Teilstücke der antiken Strasse freigelegt und im Schauraum in Arch, neben der Bäckerei Hunziker ausgestellt.



Eine der wichtigsten antiken Strassen in der Schweiz war die Via Romana. Sie führte von Genf über Nyon, Lausanne, Orbe, Yverdon, Avenches, Studen, Arch, Solothurn, Hauenstein bis nach Augst. Aventicum (Avenches) wurde unter Augustus die Hauptstadt der römischen Provinz Helvetien. Aus einem Heerlager entstand in wenigen Jahren ein blühender, reicher Ort mit ca. 20'000 Einwohnern, Herrschaftshäusern, Marktplätzen einem Amphitheater, einem Theater, Badehäusern und sogar eine Mauer umrahmte die Stadt.



Der mit Kopfsteinpflaster befestigte Weg von St.Wolfgang nach Holderbank ist mit Sicherheit aus dem 18. Jahrhundert. Der darauf folgende Hohlweg ist wesentlich älter und könnte römischen Ursprungs sein.



Am oberen Hauenstein bei Langenbruck findet man ebenfalls Karrengeleise und bei der "Chäppeliflue" einen Felsdurchschlag. Auch hier ist der römische Ursprung nicht erwiesen.



Die Via Jura nimmt Anfangs den gleichen Verlauf wie die Via Romana, zweigt aber bei Studen (Petinesca) in Richtung Biel, Frinvillier, Sonceboz, Pierre Pertuis (Tavannes, Dachsfelden) Court, Moutier, Delémont, Laufen bis Basel ab. Eine Variante aus dem Mittelalter führt von Tavannes nach La Tanne.

Der Ort Petinesca (Studen) an der Nord - Süd und West - Ost Achse der sich kreuzenden Handels-strassen gelegen, war ein wichtiger römischer Militärstützpunkt. Von den Ruinen der Turmanlage führt ein Weg auf den Jensberg zur Tempelanlage und dem Gräberfeld.



Bei Frinvillier (Friedliswart) befindet sich eine gallorömische Felsnische. Oberhalb dieser in den Fels gehauenen Nische kann man eine Messlatte von 110 cm Länge erkennen. Sie diente wahrscheinlich zum messen der Spurbreite der daneben liegenden Karrengeleise die mit Sicherheit römisch sind. Die Felsnische diente als römische und frühchristliche Kultstätte.



Beim Tournedos Sonceboz, dort wo die Strasse und die Bahn in den Tunnel mündet, soll sich um den Felsvorsprung eine Holzbohlenkonstruktion befunden haben der römisch sein soll. Da will man uns für dumm verkaufen, weil der "richtige" Weg vor dem Tunnel bei den Militärbunkern nach oben führt. Dieser Hohlweg weist teilweise noch Kopfsteinpflaster und sehr wenige Karrengeleise auf. Er ist vom Hochwasser der Schüss geschützt und steigt langsam bis zum Aufstieg Richtung Pierre Pertuis. Durch den Bau der Autobahn und des Stauwehres wurde an dieser Stelle viel Erde bewegt, so dass alles zerstört wurde. Selbst die Pfosten aus Granit der alten Strasse (der Tunnel wurde 1945 gebaut) die um den Felsvorsprung führte wurden gestohlen!



Der Felsdurchstich beim Pierre-Pertuis ist wahrscheinlich natürlichen Ursprungs und wurde von den Römern erweitert. Der Felsen wurde anhand der schrägen Schichtung des Gesteins modelliert und verbirgt auf der Nordseite ein Vexierbild in der Form eines Dachskopfes. Gleich unterhalb des Felsbogens liegt der Ort Tavannes, der auf Deutsch Dachsfelden heisst. In alten Zeiten wurden öfters Orts- oder Flurnamen nach auffälligen Naturgegebenheiten benannt.



Wenn man vom Pierre Pertuis durch das Malvaux Tal Richtung La Tanne wandert, ist stellenweise ein Hohlweg zu erkennen. Die im Wald Richtung La Tanne befindlichen Karrengeleise sind aus dem Mittelalter.



Wie der Name schon sagt, wurde auf der Via Salina das wertvolle Salz transportiert, das in antiker Zeit mit Gold aufgewogen wurde. Aufgrund ihrer Wichtigkeit sind bis heute zahlreiche Sehenswürdigkeiten (Zollstellen, Gasthäuser, Salzdepots, Kirchen, Kapellen, Wegkreuze, Karrengeleise, Burgruinen) erhalten geblieben. Diese Strasse führte von Bern nach Murten, über den Neuenburgersee nach Yverdon, Vuiteboeuf, Ste. Croix, Pontarlier (F), zu den Salzbergwerken in Salins les Bain und Arc et Senans. Eine andere Strassenvariante führte von Yverdon über Orbe, Ballaigues nach Vallorbe.



Ein wichtiges römisches Legionslager war Windisch (Vindonissa), das an der Stelle eines keltischen Oppidums errichtet wurde. Das Lager diente zur Absicherung der wichtigen Verkehrswege in Nord - Süd und West - Ost Richtung.

Als die Germanen die Römer nach Süden zurückdrängten, war Tenedo (Zurzach) ein wichtiger spätrömischer Aussenposten. Kaiser Augustus sicherte die neuen Grenzen entlang des Rheins. Mächtige Wehranlagen beidseits des Flusses beschützten die Brücke und schafften eine Pufferzone zu den Germanen. Die Römer sind verschwunden, aber der Rhein als Grenzfluss zu den "Germanen" ist bis heute geblieben.

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